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IHK AP2 Kaufleute für IT-System-Management

Abschluss: AP2 ITSM Gesamtprüfungssimulation

Vollständige Prüfung nach ZPA Nord-West (PB 1: Marketing/Vertrieb, PB 2: Aufträge, WiSo)

📚 Fachwissen & IHK-Prüfungsrelevanz

Vollständige Simulation der Abschlussprüfung Teil 2 für Kaufleute für IT-System-Management (ITSM):

  • Prüfungsbereich 1: Entwicklung eines Marketing- und Vertriebskonzepts (90 Min, 100 Pkt., 25 %)
  • Prüfungsbereich 2: Kundenakquise und Auftragsabwicklung (90 Min, 100 Pkt., 25 %)
  • WiSo: Wirtschafts- und Sozialkunde (60 Min, 100 Pkt., 10 %)
  • Betriebliche Projektarbeit: Dokumentation & Fachgespräch (40 %)

📝 Original-Prüfungsaufgaben (ZPA Nord-West)

Handelskalkulation & Deckungsbeitragsrechnung 10 Punkte
Ein IT-Systemhaus bezieht Server zu einem Listeneinkaufspreis (LEP) von 3.000,00 EUR netto pro Stück. Der Distributor gewährt 20 % Lieferantenrabatt und 2 % Lieferantenskonto. Die Bezugskosten betragen 50,00 EUR. Der Handlungskostenzuschlag (HKZ) liegt bei 15 %, der Gewinnzuschlag bei 25 %.

a) Berechnen Sie im Schema der Vorwärtskalkulation den Einstandspreis (Bezugspreis) sowie den Barverkaufspreis (BVP). b) Ein Kunde fragt nach einem Sonderpreis für 10 Einheiten. Die variablen Kosten pro Server betragen 2.450 EUR. Welche kaufmännische Untergrenze darf kurzfristig nicht unterschritten werden? c) Definieren Sie den Begriff 'Deckungsbeitrag' und geben Sie die Berechnungsformel an.

💡 Offizieller IHK-Erwartungshorizont & Punkteverteilung
a) Vorwärtskalkulation: Listeneinkaufspreis: 3.000,00 EUR - 20 % Rabatt: -600,00 EUR = Zieleinkaufspreis: 2.400,00 EUR - 2 % Skonto: -48,00 EUR = Bareinkaufspreis: 2.352,00 EUR + Bezugskosten: +50,00 EUR = Einstandspreis: 2.402,00 EUR + 15 % Handlungskosten: +360,30 EUR = Selbstkostenpreis: 2.762,30 EUR + 25 % Gewinn: +690,58 EUR = Barverkaufspreis: 3.452,88 EUR. b) Die kurzfristige Preisuntergrenze entspricht den variablen Stückkosten (2.450,00 EUR), sodass zumindest kein Deckungsverlust entsteht (Deckungsbeitrag = 0 EUR). c) Der Deckungsbeitrag (DB) ist der Betrag, der nach Abzug der variablen Kosten von den Umsatzerlösen zur Deckung der Fixkosten verbleibt: DB = Umsatzerlöse - variable Kosten.
Wirtschaftlichkeitsanalyse: TCO & Amortisationsrechnung 10 Punkte
Ein Kunde vergleicht die Anschaffung eigener Vor-Ort-Server (On-Premises) mit der Migration in eine Managed-Cloud-Lösung über einen Betrachtungszeitraum von 3 Jahren.

a) Nennen Sie drei typische Kostenarten der 'Indirect Costs' oder 'Hidden Costs' bei On-Premises IT-Infrastrukturen. b) Die On-Premises-Lösung erfordert eine Einmalinvestition von 60.000 EUR und spart gegenüber dem Altsystem jährlich 24.000 EUR Betriebskosten ein. Berechnen Sie die statische Amortisationszeit in Jahren und Monaten. c) Erläutern Sie den Unterschied zwischen CapEx (Capital Expenditures) und OpEx (Operational Expenditures) anhand von Cloud- und On-Premises-Modellen.

💡 Offizieller IHK-Erwartungshorizont & Punkteverteilung
a) Strom- und Klimatisierungskosten (PUE-Faktor), Aufwand für Patch- und Backup-Administration durch internes Personal, Ausfallkosten durch ungeplante Downtimes, Raummiete & Brandmeldeanlagen. b) Amortisationszeit = Anschaffungskosten / jährliche Einsparung = 60.000 EUR / 24.000 EUR/Jahr = 2,5 Jahre (2 Jahre und 6 Monate). c) CapEx sind langfristige Investitionsausgaben für Sachanlagen (z.B. Serverhardware, die bilanziert und über AfA abgeschrieben wird - typisch für On-Premises). OpEx sind laufende betriebliche Betriebskosten, die sofort steuerlich als Aufwand abzugsfähig sind (z.B. monatliche Cloud- und SaaS-Gebühren).
Service Level Agreements (SLAs) & Vertragsstrafen (Pönalen) 8 Punkte
Ein IT-Dienstleister vereinbart mit einem Kunden einen 24/7 SLA für eine E-Commerce-Plattform mit einer garantierten Verfügbarkeit von 99,9 % pro Kalenderjahr (365 Tage).

a) Berechnen Sie die maximal zulässige ungeplante Ausfallzeit pro Jahr in Stunden und Minuten bei 99,9 % Verfügbarkeit. b) Erläutern Sie den Unterschied zwischen 'Reaktionszeit' und 'Wiederherstellungszeit' (MTTR - Mean Time to Repair). c) Welche Funktion haben Pönalen in einem SLA und wie werden sie typischerweise geregelt?

💡 Offizieller IHK-Erwartungshorizont & Punkteverteilung
a) Gesamtstunden/Jahr = 365 * 24 h = 8.760 h. Maximaler Ausfall (0,1 %) = 8.760 h * 0,001 = 8,76 Stunden (8 Stunden, 45 Minuten und 36 Sekunden). b) Reaktionszeit: Die Zeitspanne von der Störungsmeldung bis zum Beginn der qualifizierten Fehleranalyse durch einen Techniker. Wiederherstellungszeit: Die Gesamtzeitspanne bis zur vollständigen Wiederherstellung des regulären Betriebs. c) Pönalen sind vertraglich vereinbarte Konventionalstrafen bei Nichterfüllung zugesicherter Service-Level (z.B. Gutschrift eines prozentualen Teils der monatlichen Servicegebühr je angefangene Stunde Überschreitung).
IT-Vertragsrecht: Werkvertrag vs. Dienstvertrag & EVB-IT 8 Punkte
Ein Unternehmen beauftragt die Entwicklung einer individuellen Software-Schnittstelle sowie die anschließende Durchführung von Mitarbeiterschulungen.

a) Welchem Vertragstyp nach BGB (Werkvertrag nach § 631 BGB oder Dienstvertrag nach § 611 BGB) ist die Schnittstellenentwicklung zuzuordnen? Begründen Sie Ihre Wahl. b) Welcher Vertragstyp liegt bei den Mitarbeiterschulungen vor und warum? c) Was versteht man unter den EVB-IT und welche Vertragsparteien nutzen diese?

💡 Offizieller IHK-Erwartungshorizont & Punkteverteilung
a) Werkvertrag (§ 631 BGB), da ein konkretes, funktionsfähiges Arbeitsergebnis (der 'Erfolg') geschuldet ist und eine formelle Abnahme stattfindet. b) Dienstvertrag (§ 611 BGB), da nur das fachgerechte Erbringen der Dienstleistung (die Lehrtätigkeit als Bemühen) geschuldet ist, nicht jedoch ein garantierter Lernerfolg der Teilnehmer. c) EVB-IT (Ergänzende Vertragsbedingungen für die Beschaffung von IT-Leistungen) sind standardisierte Vertragsmuster der öffentlichen Hand zur rechtssicheren Beschaffung von IT-Systemen, Software und Dienstleistungen durch Behörden und Verwaltungen.