📚 Fachwissen & IHK-Prüfungsrelevanz
Störungen in Kommunikationssystemen erfordern methodisches Vorgehen statt blindem Komponententausch.
1. Vorgehensmodelle zur Fehlerlokalisierung
- Bottom-Up (von Schicht 1 nach 7): Prüfung der physikalischen Verbindung (Link-LED, Kabeltester, Spannungsversorgung) vor Softwaretests.
- Top-Down (von Schicht 7 nach 1): Prüfung der Anwendung und DNS-Auflösung vor der Hardware.
- Divide and Conquer: Prüfung der Mitte (z.B. Ping auf Gateway / Schicht 3), um die Fehlerquelle sofort zu halbieren.
2. Typische Fehlerbilder
Kabelbruch / Adernvertauschung (Split Pair), Impedanzsprünge durch Knickstellen (TDR-Kabellängenmessung), Brummschleifen durch doppelte Erdung bei Schirmung über unterschiedliche Potentiale.
Geräteprüfung nach DGUV Vorschrift 3 (DIN EN 50678 / VDE 0701)
10 Punkte
Nach einer Reparatur an einem Server-Netzteil führt der IT-System-Elektroniker eine Prüfung nach DGUV Vorschrift 3 / DIN EN 50678 (VDE 0701) an dem Gerät (Schutzklasse I) durch.
a) Nennen Sie die vier aufeinanderfolgenden Prüfschritte der Geräteprüfung in der korrekten Reihenfolge.
b) Welcher Grenzwert gilt für den Schutzleiterwiderstand bei Kaltgeräteleitungen bis 5 m Länge?
c) Welcher Mindestwert gilt für den Isolationswiderstand bei Geräten der Schutzklasse I?
💡 Offizieller IHK-Erwartungshorizont & Punkteverteilung
a) 1. Sichtprüfung (Gehäuse, Anschlussleitung, Zugentlastung auf Beschädigungen),
2. Messtechnische Prüfung (Schutzleiterwiderstand, Isolationswiderstand, Berührungs-/Schutzleiterstrom),
3. Funktionsprüfung,
4. Dokumentation und Kennzeichnung (Prüfprotokoll & Prüfplakette).
b) Schutzleiterwiderstand R_PE <= 0,3 Ohm (für Längen bis 5 m; zzgl. 0,1 Ohm je weitere 7,5 m bis max. 1,0 Ohm).
c) Isolationswiderstand R_ISO >= 1,0 MOhm (Prüfspannung 500 V DC; bei Geräten mit Überspannungsschutz 250 V DC).